Das Leitbild bei Sportorganisationen – Eine wichtige Orientierung für alle

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Nachdem sich seitens der Verantwortlichen der Handlungsbedarf für ihren Sportverein oder Sportverband herauskristallisiert hat, ist es sinnvoll, dass diese für ihren Sportverein oder Sportverband gemeinsam ein Leitbild entwickeln und sich dafür auch ausreichend Zeit nehmen.

Der Zweck des Leitbildes besteht darin, dass sich sowohl interne als auch externe Anspruchsgruppen des Sportvereins oder Sportverbandes besser mit diesem identifizieren können. Im Leitbild sollte u.a. festgehalten werden, welche Werte und welches Selbstverständnis der Sportverein oder Sportverband verkörpert sowie welche Ziele dieser verfolgt. Das Leitbild muss aber von den Verantwortlichen kontinuierlich vorgelebt werden, da es ansonsten keine Wirkung erzielen kann und überflüssig ist.

Die Entwicklung eines Leitbildes kann auch der Anstoß für einen Organisationsentwicklungsprozess des Sportvereins oder Sportverbandes sein. Einen Teil eines solchen für mich beeindruckenden Organisationsentwicklungsprozesses konnte ich im Rahmen meiner Tätigkeit beim Niedersächsischen Basketballverband e.V. (NBV) hautnah miterleben, indem ich sowohl in einer Projektgruppe beteiligt war als auch den Verbandsentwicklungsprozess des NBV (NBV2020) auf dessen neuer Homepage visualisieren durfte.

Die Status Quo-Analyse – Der grundlegende Schritt beim Management von Sportorganisationen

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Häufig denkt man sich als Verantwortlicher bzw. Verantwortliche einer Abteilung, eines Sportvereins oder eines Sportverbandes: Wo soll ich bei den vielen Problemen bzw. Herausforderungen überhaupt anfangen und wie soll ich die Bewältigung der Probleme denn strategisch, zeitlich oder personell überhaupt schaffen?

Aus diesem Grund ist es zunächst einmal wichtig, dass sich alle Verantwortlichen in Ruhe zusammensetzen und die Probleme des Sportvereins oder Sportverbandes aufschreiben. Ebenso ist es empfehlenswert sich zu notieren, welche Aspekte im Sportverein oder Sportverband gut laufen. Zur Status Quo-Analyse gehört auch, dass man als Verantwortlicher in einem persönlichen Gespräch seine Mitarbeiter, Trainer und Engagierten fragt, mit welchen Problemen und Erfolgserlebnissen sie bei Ihrer Arbeit konfrontiert werden. Idealerweise führt man auch noch eine Mitgliederbefragung durch. Hierbei sollte man sich aber im Klaren sein, dass eine aussagekräftige Befragung nicht zu lange dauern darf und die Mitglieder einen deutlich formulierten Mehrwert für ihre Teilnahme haben müssen. Ansonsten kann es passieren, dass die Befragung von einigen Teilnehmern vorzeitig abgebrochen wird. Je mehr Meinungen bzw. Perspektiven man sich als Verantwortlicher einholt, desto ein differenziertes Bild kann man sich vom Status Quo des Sportvereins oder Sportverbandes machen. Abschließend ist es für eine bessere Übersicht sinnvoll, die notierten Probleme und Erfolge zu klassifizieren.

Eines wird bei einer sorgfältigen Status Quo-Analyse auf jeden Fall klar: Es wird höchstwahrscheinlich einen Handlungsbedarf geben. Der zukünftige Handlungsbedarf kann jedoch grundlegend nur bewältigt werden, wenn die Verantwortlichen eines Sportvereins oder Sportverbandes trotz ihrer unterschiedlichen Meinungen geschlossen und harmonisch zusammenarbeiten sowie offen für neue Ideen sind. Eine gesunde Mischung zwischen alt bewährten und neuen Vorstellungen dürfte für die Zukunft des Sportvereins bzw. Sportverbandes ideal sein.

Zukunftsorientiertes Management von Sportorganisationen – Eine gewaltige Herausforderung!

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Das Management von Sportvereinen und Sportverbänden mit deren vielfältigen Bezugsgruppen ist an für sich sehr komplex. Hinzu kommen die heutzutage gestiegenen gesellschaftlichen Erwartungen an Sportvereine und Sportverbände. Viele Verantwortliche in Sportvereinen und Sportverbänden kommen hierbei trotz ihrer sehr hohen Leidenschaft und ihrem Elan häufig an ihre Grenzen.

Unabhängig von der Größe der jeweiligen Sportorganisation fallen dieselben Aufgaben an, die zu bewältigen sind. Häufig hört man die Aussage: „Unsere Sportorganisation ist klein, da können wir außer dem Nötigsten sowieso nicht viel realisieren.“ Aber ist das wirklich so? Oder ist das nicht nur ein gerne vorgeschobenes Argument, weil es an anderen Aspekten im Sportverein oder Sportverband hapert?

Wer kennt nicht einige dieser beispielhaften grundlegenden Probleme aus seinem Sportverein oder Sportverband:

  • Man tut sich sehr schwer, ehrenamtliche Funktionsträger/innen und Engagierte zu finden
  • Man hat nicht genügend finanzielle Möglichkeiten, um qualifizierte Trainer/innen und/oder Mitarbeiter/innen bezahlen zu können
  • Man findet keine oder kaum Sponsoren bzw. Partner
  • Die Zahl der Mitglieder nimmt (stetig) ab
  • Es herrscht (permanente) Uneinigkeit im Vorstand
  • Die Organisationsprozesse dauern (extrem) lang
  • Es mangelt an Wertschätzung
  • Man tut  sich sehr schwer, dringende Veränderungen im Sportverein oder Sportverband in die Wege zu leiten
  • Ein nötiger Handlungsbedarf wird gar nicht erkannt

Aus diesem Grund gebe ich in weiteren Beiträgen aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen einen Einblick in verschiedene Aspekte, die als Anhaltspunkt dienen können, die Abteilung des Sportvereins, den Sportverein oder den Sportverband gestaltungsorientiert in die Zukunft zu führen.